Schwebezustand dauert an

Ab November 2019 ist das Vereinigte Königreich voraussichtlich kein Mitglied der Europäischen Union mehr. Es ist aber noch immer nicht sicher, ob der beabsichtigte Austritt überhaupt erfolgt bzw. zu welchen Bedingungen das Vereinigte Königreich die EU verlässt. Dieser Schwebezustand macht verlässliche Entscheidungen unmöglich. Und da es keine Klarheit gibt, können sich die Firmen auch nicht wirklich auf den Brexit vorbereiten. Sollte es zu einem Brexit kommen, hängen die langfristigen Auswirkungen für deutsche Unternehmen nach vollzogenem Austritt des Vereinigten Königreichs stark von den Modalitäten des Austritts und der Ausgestaltung der zukünftigen Beziehungen des Vereinigten Königreichs zur EU ab.
 
Handwerksunternehmen, die im Vereinigten Königreich aktiv sind, sollten eine Brexit-Klausel in ihre Verträge aufnehmen. Damit steht es den Parteien frei, bei spürbaren finanziellen Auswirkungen des Brexits, den Vertrag zu kündigen oder Preisanpassungen vorzunehmen. Sollten Vertragspartner dies nicht akzeptieren, könnten kürzere Laufzeiten vereinbart werden, um zeitnah neuere Verträge an die wirtschaftlichen Auswirkungen anpassen zu können.
 

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Warenverkehr


Sollte das Vereinigte Königreich tatsächlich den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen, werden ab dem Zeitpunkt des Austritts Zollformalitäten zu beachten sein, die zurzeit nicht anfallen. Für den Warenverkehr mit dem Vereinigten Königreich würde der Brexit bedeuten,  dass ab diesem Zeitpunkt des Austritts die gleichen Zollformalitäten gelten wie beim Warenverkehr mit anderen Drittländern (d.h. allen Ländern außerhalb der EU).
 
Weitere Informationen auf den Onlineseiten des Zolls


Dienstleistungserbringung


Für EU-Arbeitnehmer, die kurzzeitig aus den EU-Mitgliedstaaten ins Vereinigte Königreich  entsendet werden, besitzt die Entsenderichtlinie nach dem Austritt keine Gültigkeit mehr. Im Vereinigten Königreich werden eigenständige Regelungen geschaffen, die vom EU-Standard abweichen können. Auch die Visumsfrage ist noch nicht geklärt.
 
 
Unterstützung bei Fragen zum Brexit erhalten hessische Handwerksbetriebe bei der Außenwirtschaftsberatungsstelle für das hessische Handwerk.